Wie kommt das Loch in ein Willisauer-Ringli, wie viele Einwohner hat Sempach oder wie viele Federn hat ein Vogel – diese und viele weitere Fragen galt es auf der Frauenriegenreise zu beantworten.

Frühmorgens startete die fröhliche Reiseschar, um über Rothrist, Dagmarsellen nach Willisau zu reisen. Im Café AMREIN Chocolatier warteten Kaffee und Gipfeli auf uns. Frisch gestärkt erzählte uns Herr Renggli die spannende Geschichte der Entstehung der weltberühmten Willisauer-Ringli. Ursprünglicher Erfinder des Gebäcks war die Familie Maurer, welche später für 200 Franken, das noch bis heute bestgehütete Geheimnis der Familie Amrein verkaufte. Dieses feine Gebäck darf nur in Willisau hergestellt werden. Nach der Theorie hiess es Kittel und Haube anziehen – der Weg führte in die Backstube der Konditorei. Drei charmante Damen zeigten an einer alten Maschine, wie das Loch in die Willisauer-Ringli gelangt. Aber wie werden Willisauer-Ringli richtig gegessen? Der Tipp vom Fachmann lautet lakonisch: Willisauer-Ringli kann man richtig oder falsch essen – auf jeden Fall immer zuerst das Loch!

Weiter ging die Fahrt über Sursee nach Sempach. Die kleine Stadt am See konnte uns sofort in ihren Bann ziehen. Bei einem Stadtrundgang erzählte uns Herr Nauer viel Unbekanntes über einen Ort, welcher Schweizer Geschichte schrieb. Das Städtchen zählt heute etwas mehr als 4000 Einwohner. In den letzten 50 Jahren wurden viele Arbeiten ausgeführt, um das Stadtbild aufzuwerten. Im Rathausmuseum wird die Stadtgeschichte sehenswert präsentiert. Die Altstadt besteht nur aus einer Durchgangsstrasse (Stadtstrasse) und wenigen Gassen (Untergasse, Obergasse, Gerbegasse). Während die Untergasse mit ihren Gasthäusern einst dem gehobenen Bürgertum zuzurechnen war, ist die Obergasse eher ländlichen Charakters. An der «Alten Schiffslände» befand sich vor 1806, als der Seespiegel um zwei Meter abgesenkt wurde, der Hafen der Stadt. Hier gibt es einige Wohnhäuser mit verarbeiteter Bausubstanz der abgebrochenen Stadtmauer. Neben dem nicht mehr existierenden Seetor steht die «Sust» (18. Jahrhundert), wo die Waren vom Wasser für den Landtransport umgeladen, verzollt und zwischengelagert wurden. Später war das Gebäude Waschhaus und heute ist es eine Galerie.

Viel zu schnell ging die Zeit vorüber, der Hunger meldete sich. Nach einer kurzen Fahrt erreichten die Ausflügler die Wirtschaft «Zur Schlacht». Auf der Gartenterasse konnte man den Blick in die Weite schweifen lassen. Nach dem vorzüglichen Mittagessen ging es zur Vogelwarte Sempach.

Die Vogelwarte wurde 1924 als Beringungszentrale zur Erforschung des Vogelzugs im Alpenraum gegründet. Die Schweizerische Vogelwarte Sempach überwacht die einheimische Vogelwelt, erforscht die Lebensweise der wildlebenden Vögel und geht den Ursachen der Bedrohung der Vogelwelt auf den Grund. Für gefährdete Vogelarten entwickelt sie Schutz- und Fördermassnahmen und sorgt gemeinsam mit ihren Partnern dafür, dass die Erkenntnisse der Vogelwelt und der Natur zugutekommen. Die Schweizerische Vogelwarte Sempach betreibt eine Pflegestation für kranke, verletzte und verwaiste Vögel. 

Nach der Besichtigung führte die Reise wieder heimwärts. In Zell wurde noch ein obligater Zvierihalt eingelegt, man liess sich die feinen Köstlichkeiten munden. Über Langenthal erreichten die Reisenden wieder Derendingen. Ein interessanter und abwechslungsreicher Tag ging zu Ende - wohin führt die Reise die Frauenriege wohl im nächsten Jahr?

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